Einführung
Die Balkanhalbinsel ist ein Ort, an dem wie an wenigen Orten in der Welt in der Vergangenheit zahlreiche historische Ereignisse geschehen sind wie z.B. Kriege für unterschiedliche Interessen, der Wechsel von Königreichen und Staaten, Ansteigen oder Absinken des Niveaus des religiösen Einflusses sowie verschiedene Wanderungsbewegungen mit allen Ländern der Erde. Wenn wir eine Retrospektive all der Ereignisse vornehmen, die in der Geschichte des Balkan geschehen sind, dann werden wir sehen, dass das ethnische Element in der Vergangenheit bis zum Ende des XVIII. Jahrhunderts und Beginn des XIX. Jahrhunderts kein besonderes Interesse auf dem Gebiet der Politik, Kultur und Wissenschaft gehabt hat, als in Europa- und ebenso auf dem Balkan sich Nationen und Völker herausbilden und aus diesen gesonderte Staaten nach dem ethnischen Prinzip.
Im südöstlichen
Teil des Balkans war vom XV. bis zum Beginn des XX. Jahrhunderts der osmanische
Staat an der Macht, der theokratisch war (Rechte besaßen nur die Angehörigen
des islamischen Glaubens), und in dem das ethnische Element niemals an die
Oberfläche treten konnte.
Zu Beginn des XIX. Jahrhunderts wurden auf dem Balkan einige ethnische Staaten
gegründet, die bei der Realisierung ihrer Ideen und Interessen an der
ethnischen Ausweitung Kriege untereinander begannen, die in der Geschichte
als "Balkankriege" bekannt sind. Später verläuft au diesen
Gebieten eine Front des Ersten Weltkriegs, in dem erneut die nationalkapitalistischen
Ideen und Interessen an die Oberfläche treten.
Nach dem Zweiten
Weltkrieg wird die ethische Identität der Personen in einigen Balkanstaaten
akzeptiert, denn die Wahrheit kann nicht verschleiert werden, und diese Wahrheit
ist, dass der Balkan in ethnischer Hinsicht heterogen ist dass hier slawische
und nicht-slawische Völker, ethnische Gruppen und Gemeinschaften vereint
sind, die in verschiedenen Balkanstaaten leben.
In diesem Kontext ist auch das Problem einer ethnischen Gemeinschaft zu sehen,
die ihr ethnisches Erwachen zum Ende des II. Jahrtausends unseres Zeitalters
erlebt, und die nach den ethnischen Charakteristika nicht als ein Teil irgendeines
der Völker oder einer der ethnischen Gemeinschaften angesehen werden
kann die wir auf der Balkanhalbinsel kennen.
1. Ethnische Charakteristika
und Unterscheidungen der besonderen ethnischen Gemeinschaft auf der Balkanhalbinsel
Im folgenden werden wir einige Elemente der ethnischen Kultur vorstellen.
Elemente, die die ethnologischen Probleme deutlich kennzeichnen.
Gleich zu Beginn müssen wir herausstellen, dass bei der Angehörigen
dieses Ethnos ein ethno-psychologisches Bewusstsein besteht, was die Unterscheidung
von den übrigen Ethnien anbelangt, die in seiner Umgebung leben, und,
die übrigen Ethnien haben es niemals in ihren Kreisen akzeptiert. Diese
Volksgruppe hat sich jedoch ihre kulturellen Werte aus verschiedenen Ethnien
angeeignet, und dies aus unterschiedlichen Interessen. Bei den Angehörigen
dieses Ethnos werden häufig Wörter verwendet wie "tonet",
"tornet", "dora jone" usw., die in gewisser Weise ihre
ethnische Zugehörigkeit verschleiern. Sie zeigen, dass sie weder Albaner
noch Makedonen, weder Türken noch Vlachen (Cobanen), weder Griechen noch
Serben sind, und so weiter bis hin zu den Roma, und dass sie sich von all
diesen Ethnien unterscheiden.
In der nicht allzu weit zurückliegenden Vergangenheit, in einigen Ländern jedoch auch noch heute, haben die Angehörigen dieser Volksgruppe zahlreiche Beleidigungen unterschiedlichster Art erlitten und erleiden sie weiterhin, so dass sie gezwungen sind, sich als das auszugeben, was sie nicht sind.
a) Einer der hauptsächlichen,
wenn auch nicht entscheidenden Indikatoren (Anzeiger) für die Eigenschaften
eines Ethnos ist die Sprache. Aufgrund sprachwissenschaftlicher Studien können
die Wurzeln und die Zugehörigkeit einer Volksgruppe oder einer ethnischen
Gemeinschaft bestimmt werden.
Die Ethnie, über die wir hier sprechen, ist in dieser Hinsicht verstümmelt,
oder ehrlicher gesagt, diese ethnische Gemeinschaft verfügt auf der Balkanhalbinsel
nicht über eine besondere Sprache. Die Angehörigen dieser Volksgruppe
sprechen - je nach ihren Wohnorten - entweder die Landessprache oder die Sprache
des Landes, aus dem sie in jüngerer Vergangenheit auf den Balkan eingewandert
sind. So sprechen sie z.B. in Makedonien in den Städten Ohrid, Struga
und Resnja Albanisch in Form des toskischen Dialektes, in Dibra in Form des
gegischen Dialektes. In Kercova, Prilep und einem Teil Bitolas (Manastir)
sprechen sie Makedonisch, in einem anderen Teil Manastirs und in zahlreichen
Städten Ostmakedoniens jedoch sprechen sie Türkisch. In Bulgarien,
im Rodope-Massiv, sprechen die Angehörigen dieser Ethnie neben Bulgarisch
auch Türkisch, bulgarischen Ethnologen zufolge existiert in einigen Familien
jedoch eine Art Geheimsprache, die sie lediglich benutzen. wenn sie sich im
Schoße ihrer Familie befinden und nicht im Beisein anderer sprechen.
In Serbien ziehen alle die serbische Sprache vor, im Kosovo und in der Metohija
jedoch ist die ,,Mutter"sprache der Angehörigen dieser Bevölkerungsgruppe
das Albanische. In allen diesen Ländern sind die Angehörigen dieser
Volksgruppe zweisprachig oder polyglott. In Griechenland kann keine andere
Sprache als das Griechische gesprochen werden. während in Albanien. an
den Orten, in denen der toskische Dialekt gesprochen wird. diese Ethnie diesen
Dialekt spricht, und dort wo das gegische vorherrscht, spricht diese Volksgruppe
den gegischen Dialekt.
Dieses Phänomen, dass ein Ethnos eine andere Sprache als "Mutter"sprache
besitzt oder sich auf viele Sprachen verteilt, ist in der Wissenschaft der
Ethnologie nicht unbekannt, so ist es z. B. bei den .Juden (Judäer} der
Fall, die in der ganzen Welt nicht ihre Sprache sprechen. Ebenso wie viele
verschiedene Völker die arabische, spanische oder englische Sprache sprechen.
Das Phänomen wird bei dieser Volksgruppe mit der Tatsache erklärt.
auf die wir später noch eingehen werden, dass sie inmitten der Wohnorte
als Minderheit lebt, wo die Kontakte täglich sind, und die Assimilierung
der Sprache eine normale Konsequenz ist.
Wenn wir über die Sprache reden, dann müssen wir erwähnen,
dass einige Autoren davon ausgehen, dass die Sprache der alten Ägypter
und die heutige albanische Sprache zahlreiche gemeinsame Elemente aufweisen.
Diese Auffassung hat noch keine gesicherten Grundlagen und in der Zukunft
erwarten wir die Forschungsergebnisse in dieser Richtung.
Wenn wir hier über die Sprache reden, so möchte ich ebenfalls eine
Tatsache erwähnen, die unmittelbar die These erschüttert, dass diese
Bevölkerungsgruppe ein Teil der ethnischen Gemeinschaft der Roma ist.
In allen Ländern, in denen wir sie beobachtet haben, spricht diese Bevölkerungsgruppe
nicht die Sprache der Roma und versteht diese auch nicht, während die
Roma, wo immer sie sich auch auf der Welt befinden, in unterschiedlichen Dialekten
die Sprache der Roma sprechen, und letztere ein Element ist, das die Roma
in einer ethnischen Gemeinschaft hält, die über alle Länder
der Erde verstreut ist.
b) Wie wir bereits
weiter oben erwähnt haben, lebt diese Ethnie ein sesshaftes Leben als
ständige Bewohner der Wohngebiete, besonders in den Zentren oder Vierteln
der Städte und Dörfer in ihren vorwiegend mehrstöckigen Häusern,
in denen die untere Etage für kunsthandwerkliche Arbeiten oder den Verkauf
genutzt wird.
In der Geschichte und Tradition dieser Bevölkerungsgruppe kann kein Wanderleben
oder halbes Wanderleben festgestellt werden.
c) In zahlreichen
Beispielen haben sich die Angehörigen dieser Volksgruppe in der Vergangenheit
bis vor ca. 30-40 Jahren -und einige tun dies auch heute noch- mit dem Schmiedehandwerk
befasst. Die materielle Kultur wie auch die geistige (Märchen, Legenden
usw.) ist ohne das Schmiedehandwerk unvorstellbar. Die Beschäftigung
mit diesem Handwerk ist der Grund dafür, dass diese Bevölkerungsgruppe
in den Zentren der Wohnorte lebt, wie wir weiter oben ausgeführt haben.
In vielen Fällen hat sich diese Bevölkerungsgruppe auch mit der
Landwirtschaft beschäftigt und tut dies weiterhin, wo sie auf ihrem Land
arbeitet, um Produkte für den Eigenbedarf der Familie, aber auch für
den Verkauf zu erwirtschaften.
Mit der Landwirtschaft haben sie sich auch als "Tagelöhner"
beschäftigt. die für diese Arbeit entlohnt wurden.
Diese Bevölkerungsgruppe besitzt in ihrer Volksmusik die größte Virtuosität. Ihre Instrumente sind die Klarinette. die Surne (orientalische Oboe) und die Trommel. Die Familie Majo aus Dibra hat im Jahr 1949 im eng1ischen Lagolen beim Weltfestival der Folklore den ersten Platz belegt. Informationen aus Albanien zufolge gehören zahlreiche verdiente Künstler oder Künstler des Volkes zu dieser Volksgruppe, und diese kennen die Tradition und Musik der alten Städte Albaniens am besten. Gleiches gilt auch für Makedonien und die übrigen Balkanländer. Dies ist nur ein Indikator dafür, dass hier von Menschen mit hoher und alter Kultur die Rede ist.
a) Diese Bevölkerungsgruppe
hat in ihrer geistigen Kultur wie z.B. in ihren Gebräuchen. die mit dem
Lebenszyklus zusammenhängen ( Bräuchen bezüglich der Geburt,
der Hochzeit und dem Tod) ihre besonderen Charakteristika. Bei dieser Gelegenheit
können wir nicht alle Gebräuche aufzählen, sondern können
nur eine Auffassung vortragen, die der Analyse dieser Bräuche entspringt.
Bräuche und Traditionen widerstehen am ehesten der Zeit und wenn sie
irgendeinen Unterschied erleiden, dann verändern sie sich in der Form
und sehr selten auch in ihrem Inhalt, in der Botschaft, die sie den Generationen
übermitteln sollen oder der Funktion, deretwegen sie ausgeübt werden.
Von allen Bräuchen können wir erwähnen: Bei den Bräuchen
im Zusammenhang mit der Geburt wird oftmals die Zahl 3 verwendet, sowie die
betonte Verwendung von Körnerkost; bei den Hochzeitsgebräuchen hebt
sich der Kampf gegen den Satan für die kosmische Reinheit hervor sowie
die Wünsche für Fruchtbarkeit und Freude; bei den Todesbräuchen
wird die Zahl 7 gebraucht und Wasser zur Reinigung.
Das ist das unbedingt notwendige Minimum, das über die Botschaften und
Funktionen der Bräuche berichtet werden kann, das als Feststellung über
alle Ethnien auf dem Balkan erzählt werden kann. Alle diese sind aber
Charakteristika sesshafter Ethnien.
In diesem Teil, in
dem wir über die Bräuche sprechen, muss unbedingt auch über
ein besonderes Moment berichtet werden: Auf der gesamten Balkanhalbinsel bevorzugt
diese Ethnie die endogame Eheschließung. was soviel besagt, dass Eheschließungen
nur im Rahmen der Ethnie stattfinden. Sehr selten hat sich das Blutvermischt,
und diejenigen, die das Blut vermischen sollten, wären als asoziale Personen
etikettiert worden. Diese Sitte hat sicherlich zum Erhalt dieser Ethnie bis
zum heutigen Tage beigetragen.
Die Gebräuche. die mit dem Jahreszyklus zusammenhängen, sind eher
mit den Tagen verbunden, die die ganze Welt in verschiedener Weise feiert.
so z.B. St. Georg (6. Mai oder "Sommeranfang"): St. Dimiter (8.
November oder "Winteranfang"); so z.B. auch jene, die mit dem christlichen
oder muslimischen Kalender verbunden sind. Die Tatsache, dass die Angehörigen
dieser Ethnie, die dem muslimischen Glauben angehören, auch einige christliche
Feiertage oder Feste feiern, belegt, dass sie nach dem Eintreffen der Türken-Osmanen
in diesen Gebieten islamisiert worden sind.
Zum Abschluss dieses ethnologischen Teils, in dem wir gesehen haben, dass
unter den ethnischen Charakteristika von einer besonderen Ethnie die Rede
ist, müssen wir sehen. welche Ethnie dies ist, woher sie kommt und wie
wir sie bezeichnen.
Den Beginn dieser Antworten werden wir beim Volk suchen. Das a1banische Volk
nennt sie: Gjyp, Egjyp, Magjyp, Jevg , Evgjit, in Makedoien werden sie Gjupci,
Egjupci, Jupci. Ijupci, Ojupci genannt; in Bulgarien nennt man sie Agupti,
die Türken hingegen nennen sie Kepti. Für sie gibt es auch noch
Ethnonyme, die mit der Arbeit, der sie nachgehen, zusammenhängen, so
z.B. Kovaci in Montenegro und Ashkali im Kosmet. Nach den ersten Ethnonymen
zeigt sich sehr klar, warum von einer Bevölkerungsgruppe die Rede ist,
die irgendwelche Verbindungen nach Ägypten hat. Daher haben die Intellektuellen
dieser Bevölkerungsgruppe beschlossen, sich als Ägypter oder deutlicher
als "Staatsangehörige mit Ursprung aus Ägypten" zu bezeichnen.
Die Frage, die jetzt natürlich gestellt wird, ist: Wie und wann sind die Menschen aus Ägypten gekommen? Die Antwort auf diese Frage fällt schwer, aber die Wissenschaftler, die sich mit dieser Problematik beschäftigen, haben es zu einigen Erkenntnissen gebracht.
2. Historische und archäologische Daten
Gleich zu Anfang müssen wir feststellen, dass wir immer noch nicht mit Sicherheit berichten und bestimmen können, wann und wie diese Bevölkerungsgruppe auf den Balkan und in den südöstlichen Mittelmeerraum gekommen ist. Aber weiter unten werden wir eine Reise durch die Geschichte des Balkan und des südöstlichen Mittelmeerraums unternehmen, bei der wir sehen werden, wie nahe diese Orte in der Vergangenheit gewesen sind, was heute für uns unvorstellbar ist. Ebenso möchte ich noch ein Moment erwähnen: Auf der Welt und besonders auf dem Balkan gibt es keine einzige Ethnie, die unter den Gesichtspunkten wissenschaftlicher Daten über ihren Ursprung nicht verstümmelt wäre, und bei denen über einige historische Momente nur Hypothesen bestehen.
Im weiteren werden
wir die historischen und archäologischen Quellen in chronologischer Weise
vorstellen.
Ungefähr im XII. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung sind an den Küsten
der Ägäis, des Ionischen Meeres von Kleinasien und der Balkanhalbinsel
die sogenannten "Seevölker" oder "Völker aus dem
Meer" erschienen.
Bis heute jedoch ist nicht absolut exakt und gesichert . wer sie gewesen sind
und woher sie gekommen sind. In den historischen Quellen wird berichtet, dass
diese Völker aus dem Meer als Besatzer die bisherigen gesellschaftlichen
und geistigen Errungenschaften der alten Länder niedergerissen haben,
die eine höhere Zivilisation und Kultur als die Besatzer erreicht hatten.
und die in der kretisch-mykenischen Zivilisation und in anderen Ländern
ihre Spuren hinterlassen haben. Die Archäologen und Anthropologen haben
mehr oder weniger ihre Auffassungen vertreten, aber es bleibt die Frage bei
den Ethnologen, die sich dafür zu interessieren haben und die Auffassungen
und Methoden nach den Gesichtern und den menschlichen Formen - den somatischen
Charakteristika - zu sichern haben, die keineswegs, oder besser gesagt, überhaupt
nicht mit denen des Stammes der "Hellenen" dieser Zeit übereinstimmen.
Dies umso mehr, da es historisch und zeitgenössisch für die Diskussion
ausreicht, aber auch problematisch ist für die Existenz dieser Stämme,
die man uns aufgedrängt hat, dass sie die Hellenen seien und von ihnen
der Hellenismus käme". Unter den unterschiedlichen Hypothesen ist
auch die, dass zu der Zusammensetzung oder mit diesen Völkern aus dem
Meer auch als Bewohner-Bevölkerung ein Teil der Stämme, die das
Gebiet von Ägypten bevölkert hatten, gehörten.
In dem Buch "Kurze Geschichte des Wilajets von Manastir" ,1911 in
Manastir vom Major Mehmed Tevhik, Direktor des Militärärgymnasiums.
in türkischer Sprache in arabischen Buchstaben verfasst, erwähnt
dieser eine sehr alte Geschichte über diese Stadt in dem erschreibt:
"...Einer der ersten Beherrscher der Welt, der Pharaon Ramses II., von
den Griechen Sesostris genannt, der 2.300 Jahre vor der Verheißung erschien
auf der Weltbühne, als er mit 600 tausend Fußsoldaten, 24 tausend
Reitern und 26 tausend Kriegswagen ganz Asien besetzte, den Bosporus überquerte
und über die Dardanellen ins Maramameer gelangte (eindrang - Anm. d.
Verf.), Rumelien (Balkanhalbinsel) und sie besetzte: ganz Danubien, die Gebiete
von Odrina und Thessaloniki; an der Spitze der Vorhut seiner Armee gelangte
er über Manastir nach Albanien und weitete seine Macht über die
Gebiete um die heutige Stadt Berat aus. Nach der anderthalb Jahre währenden
Besatzung in diesen Gebieten und nachdem er alle Gebiete Rumeliens okkupiert
hatte, war er aufgrund des auftretenden Hungers gezwungen, sich zurückzuziehen.
Auf seinem Rückzug kam er nach Ägypten und in seinem Wagen krochen
24 Herrscher, die er auf seiner Marschroute gefangengenommen hatte und die
anstelle der Ochsen im Joch seiner Wagen waren..."
Die alter Ägypter stehen auch auf der Grundlage des mythologischen Systems
mit unseren Ländern in Berührung. Der alternative Mythos Makedon
- Sohn des Zeus oder Makedon - Sohn des Osiris (nach den griechischen Legenden
oder nach Diodorus aus Sizilien) hat eine gemeinsame Ausgangsnatur, wenn die
symbolische oberste Gottheit Ammon-Zeus zugelassen wird, oder falls die Abhängigkeit
oder Dualität des hellenistischen Pantheon mit dem des ägyptischen
zugelassen wird.
Die Legende von Kadmos und seinen Kadmäern verbinden die Erde von Ägypten
(Theben am Nil) mit griechischen Orten (Theben in Böothien), später
mit makedonischen Orten (Lihnidos-Ohrid) und schließlich mit illyrischen
Orten (östliche Küste der Adria). Viele Namen der Vorfahren von
Kadmos sind die gleichen wie die bekannten Namen der Orte und historischen
Namen. Epaphos , Sohn der Io mit dem Zeus, ist mit Memphis vermählt,
der Tochter des Nil. Ihnen ist eine Tochter mit dem Namen Lybia geboren worden
(der griechische Name für Afrika). Lybia war die Großmutter von
Kadmos, Europa und Belos. Belos war der Vater von Danaos (Hellas) und Ägyptos
(Ägypten).
Die Legende von Kadmos kann in einem archäologischen Kontext mit einigen
Angaben über die Gräber im archaischen Teil der Nekropolis ."Trebenisht"
im Dorf Gorenci nahe Ohrid (VI.-V. Jh. vor unserer Zeit) gesehen werden, denn
die Masken aus Gold und die ganze goldene Hülle. die die toten Prinzen
in Mykene (Peloponnes) umgibt. hat eine reminiszierende Reflektion bei ähnlichen
Erscheinungen in den Gräbern der Prinzen von "Trebenisht",
besonders bezüglich der Motive, denn dieses nichtgriechische, letztendlich
ägyptische Prinzip, gehört zu demselben ideologischen und glaubensmässigen
Kreis wie die Pyramiden und Mumifizierungen. In Ägypten. Kreta, Mykene
und in Trebenisht können wir dasselbe Konzept der Eschatologie sehen,
das für den rationalen hellenistischen Geist unbekannt war.
Herodot (V. Jahrhundert vor unserer Zeit). der auch der "Vater der Geschichte"
genannt wurde, sollte bei der Beschreibung über die Exploition der Gruben
in Hellade schreiben: "...In Makedonien beuteten die alten Phönizier
das Mineral des Goldes aus, das sie in speziellen Öfen schmolzen, lange
bevor die ägyptischen Kolonisatoren nach Hellas kamen..."Aus diesem
Text kann erschlossen werden, dass im V. Jahrhundert vor unserer Zeit, als
Herodot lebte, in Hellas bekannt gewesen ist, das die ägyptischen Kolonisten
mit Metall und Gruben gearbeitet haben.
In dieser Periode können auch die geschriebenen Märchen griechischer
Autoren bezüglich der Gründung der Stadt Athen hervorgehoben werden,
aus denen wir ersehen können, dass "... die Ägypter sich auf
den 12 Hügeln von Athen niedergelassen haben, wo sie sich mit ihren traditionellen
Handwerken beschäftigten, die Hügel wurden später zu Zentren
dieser Bevölkerung und noch später nehmen (die Ägypter, Anm.
d. Verf.) den gemeinsamen Namen Athener an ..."
Eine der Möglichkeiten für das kommen der Ägypter in diese
Gebiete ist auch diese: Wie mit Moses (Musan) bekannt ist, sind die Stämme
der Hebräer (Juden) aus der Gefangenschaft in Ägypten in ihre Heimat
zurückgekehrt. Es bleibt aber als offene Frage, ob mit diesen hebräischen
Stämmen auch mehr oder weniger große Gruppen von Ägyptern
vereinigt gewesen sind? Und dann: Können zusammen mit dem Hebräerstamm
der Venijamen, der sich nach heldenhaften Kämpfen über den Mittelmeerraum
zum Peloponnes nach Arkadien zurückgezogen hat, auch Gruppen von Ägyptern
gekommen sein, die Schmiede waren, die sesshaft geworden sind und sich vermehrt
und ausgebreitet haben auf der Balkanhalbinsel? Das mag als nur eine Möglichkeit
für das Kommen der Ägypter in diese Länder bleiben, über
die zukünftig noch tiefergehende Untersuchungen erfolgen müssen.
Wie bekannt ist, entwickelte sich im IV. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung sich auf der Balkanhalbinsel der antike makedonische Staat, der seinen Zenit in der Person Alexanders III. von Makedonien erlebte, der wegen seiner außerordentlichen Errungenschaften in gesellschaftlicher; kriegerischer und kultureller Hinsicht auch der Große genannt wurde. Sein Konkurrent und auch seine größte Barriere bei der Unterwerfung der Welt war der persische Imperator Darius II. Nach der Schlacht von Issus, bei der Darius II. gerade noch sein Leben rettete, fasste er auf der Flucht den Entschluss. erneut eine Armee zum Kampf gegen Alexander aufzustellen. Alexander, statt ihn zu verfolgen und zu stellen, bevor er die Armee aufstellen konnte, fasste den Entschluss umzukehren und nach Ägypten zu gehen. Der Grund für diese Umkehr kann in der Legende gesucht werden, die wir oben bereits erwähnt haben. Diodorus von Sizilien zufolge (einem Historiker des I. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung), hat Makedonien seinen Namen von Osiris erhalten (dem Gott der Unterwelt und einem der Hauptgötter der ägyptischen Mythologie), der bei der Unterwerfung der Welt auf den Balkan gelangte und seinen Sohn Makedon als Statthalter beließ. von dem dieses Land auch den Namen erhielt. Dieser Legende zufolge stammte Alexander von der Gottheit Osiris ab. Er war von den Ägyptern als Befreier erwartet worden. und im Nildelta gründete er die Stadt Alexandria, die in jeder Hinsicht der Mittelpunkt der Welt sein sollte. Alexander sollte nach Memphis gehen, wo er zum Erbfolger der Pharaonen und der ägyptischen Götter proklamiert werden sollte.
Zahlreiche Autoren berichten, dass in jener Zeit viele makedonische Soldaten mit ägyptischen Mädchen verheiratet waren. Ein solches Beispiel ist auch in Persien bekannt, wo in der Stadt Suza im Jahre 332 vor unserer Zeitrechnung eine Massenhochzeit stattfand. Im Normalfall ist es mit dem Abzug der makedonischen Legionen von Ägypten auf den Balkan bis zur Migration der Familien oder insbesondere der Ägypter gekommen. Damit verbinden wir auch die bekannte Tatsache, dass Alexander aus zahlreichen Ländern, in denen er gekämpft oder die er passiert hat, in unterschiedlichster Weise fähige Menschen mitgenommen hat, insbesondere aber verschiedene Handwerker und hier vor allem Schmiede, die es verstanden, mit dem Feuer umzugehen und Metal zu schmelzen und daraus nicht nur Waffen herzustellen, sondern auch andere Gegenstände für die Landwirtschaft, religiöse Ausbeutungen, Haushaltsgeräte usw.. Alexander starb in Babylon, man geht davon aus, das er vergiftet worden ist, aber seinen Körper bringt man auf die Nilinsel in Alexandria in Ägypten.
Zahlreiche archäologische Spuren auf dem Balkan zeugen von der Ausbreitung einiger ägyptischer Kulte in der Periode nach dem Tod Alexanders. Spuren aus dem Tempel der Göttin Isida (Isis) gibt es in Ohrid. In Herakeia (Manastir) gibt es ebenfalls einen Tempel, den man der Isida oder Seraphis zuspricht. Wer waren nun die Menschen, die an diese Götter glaubten und in diesen Tempeln geopfert wurden? Isida-Statuen sind in vielen archäologischen Orten auf dem Balkan gefunden worden. Und ebenfalls seit jener Periode ist in zahlreichen verschiedenen Ornamenten oftmals die Figur des Skarabäus zu finden, der ein Insekt mit "bestimmendem Platz" in der Glaubenssymbolik Ägyptens ist. Der Skarabäus symbolisiert den Sonnenkult und er ist ein stetiges Attribut bei den Vorstellungen des ersten und höchsten Gottes - Chefren, den Vater der ägyptischen Könige.
Vom II. Jahrhundert unserer Zeitrechnung an herrscht auf dem Balkan das römische Imperium. In dieser Zeit erfährt die Mineralogieeinen großen Aufschwung (insbesondere die Ausbeutung der Eisenerze in der Veredelung des Eisens). In dem großen Imperium gibt es eine große Entwicklung in den Straßenverbindungen. Eisen und Stahl werden in dieser Zeit in unseren Ländern mit großer Intensität genutzt. Hier verlief die Via Egnatia. die die beiden Zentren des Reiches -Rom und Konstantinopel- miteinander verband. Für die Bedürfnisse des Verkehrs hat es längst der Straße an den Versorgungsstationen für die Reisenden und die Pferde mit Sicherheit auch Schmiede gegeben, die die Eisenbeschläge (Beschläge) der Pferde oder sonstige Teile der Fuhrwerke in Ordnung brachten. Anastas Primovki von Auguptet -Schmied in Bulgarien- hat einige ihrer Legenden aufgezeichnet. denn sie sind von den Römern als Leibeigene und Schmiede von Ägypten in diese Länder gebracht worden. Eine ähnliche Legende ist mit Gaius Julius Cäsar verbunden, der, um den Widerstand der Thraker zu brechen in Anwendung des Prinzips, "teile und herrsche" einen Teil der Bewohner Ägyptens in Thrakien angesiedelt hat.
In den Ländern,
in denen die Via Egnatia oder Abzweigungen von ihr verliefen. lassen sich
zahlreiche Toponyme wie z.B. "Hügel der Ägypter", "Gräber
der Ägypter" etc. finden. An einen sogenannten Ort "Ejupski
grobilta" ("Gräberder Ägypter") ist am Punkt 2009
des Perges Stogovo in Makedonien im Jahr 1990 vom Archäologen Pasko Kuzman
eine archäologische Grabung durchgeführt worden. In der Nähe
dieses Ortes, der eine Nekropole ist, ist eine vergessene Mine entdeckt worden,
in der wohl Eisen und Manganerz abgebaut worden sind. Die große Höhe
und die schwere Erreichbarkeit haben jedoch bislang nicht gestattet, dort
weitergehende archäologische Forschungen anzustellen.
Eine der tragikomischen Situationen jener Zeit hinsichtlich der Schmiede ist
die, wenn Quasi-Wissenschaftler oder Politiker berichten, dass entlang der
Via Egnatia Roma als Schmiede gearbeitet hätten und dabei vergessen,
dass die Roma erstmals im XI V. Jahrhundert unserer Zeitrechnung auf dem Balkan
erscheinen.
Im IV. Jahrhundert unserer Zeitrechnung beginnen die Kriege und die Teilung
des Römischen Reiches. Im Krieg zwischen Licinius und Konstantin wird
in einer Quelle erwähnt, dass "die Ägypter mit großer
Geschwindigkeit 80 Schiffe -Trieren mit ägyptischen Soldaten und Seeleuten
zu Wasser gelassen haben". Ein ebensolches Beispiel wird in der Zeit
von Theodosius (379-395) in den Kämpfen um Troja berichtet. Dort heißt
es: "...Als die Ägypter Makedonien erreichten, waren sie in großen
Militärreihen vereinigt, und unter den Soldaten gab es keine Unterschiede
zwischen Römern und Barbaren, dort waren alle vereint..." Später
heißt es dort: "...denn den Soldaten der Barbaren (die Rede ist
von den Ägyptern, Anm. d. Verf.) war es gestattet, in ihre Länder
heimzukehren oder sich niederzulassen...".
Im V. Jahrhundert
unserer Zeitrechnung ist im Ortsregister des Byzantinischen Reiches auf dem
Peloponnes auch der Ort "Klein Ägypten" verzeichnet.
Im IX. Jahrhundert haben die Araber, unter denen es mit Sicherheit auch Soldaten
aus Ägypten gab, oftmals die Städte an der Balkanküste angegriffen.
Die Angriffe und Blockaden haben möglicherweise auch zur Folge gehabt,
dass arabische Soldaten in den Küstenstädten gewohnt haben.
Im XIV. Jahrhundert
beginnen die Roma auf dem Balkan zu erscheinen, und seit dieser Zeit beginnen
sich die Ethnien der Ägypter und der Roma zu vereinen und zu mischen.
Wie ist es dazu gekommen? Die Roma sind in der Geschichte und Tradition einiger
Völker, in einigen Ländern auch heute noch, als Leute etikettiert
worden, die den anderen Menschen Schaden bringen, und aus diesem Grund wurden
sie von den Einheimischen in den Dörfern und Städten nicht willkommen
geheißen. Die Roma, die sich den Einheimischen nähern konnten,
präsentieren sich als Menschen. die ihnen somatisch ähnlich sind
(nach der Hautfarbe) und die von der Bevölkerung auf dem Balkan und nicht
nur auf dem Balkan akzeptiert werden konnten. Dafür gibt es historische
Quellen, in denen einige Roma-Gruppen als Grafen. Kommandanten etc. dargestellt
werden. die Begleit- und Schutzbriefe des Inhaltes mit Sich trugen, sie seien
Flüchtlinge aus Ägypten und vor den Osmanen geflohen, da sie nicht
den islamischen Glauben haben annehmen wollen. Sie waren also verflucht und
verurteilt, als Wandervolk ein armes Leben zu fristen. Eine weitere Gruppe
stellt sich als Bewohner "Klein Ägyptens" auf dem Peloponnes
dar, und sie stammen von den ägyptischen Einwanderern ab, die mit den
Soldaten Alexanders von Makedonien als Handwerker-Schmiede gekommen waren
und die sich später mit herumwandernden Gruppen -nomadisierenden Zigeunern
- zusammenschlossen. Diese herumwandernden Zigeuner gaben den ägyptischen
Einwohnern ihren Namen, während sie von diesen das Schmiedehandwerk übernahmen.
Von jenem Moment an beginnt die Verwechslung und Konfusion, die sich später
auch in historischen Quellen findet, aber auch im täglichen Leben, die
sich auch in dem englischen Ethnonym "Gypsy" für die Roma ablesen
lässt. Später verbreiten die Roma auch eine Legende, dass sie aus
Ägypten stammen, die in vielen Fällen verzeichnet werden kann. Auch
die Wissenschaft war bis zum XIX. Jahrhundert der Auffassung, dass die Roma
ihren Ursprung in Ägypten hätten, durch vergleichende philologische
Studien wurde herausgefunden und belegt, dass sie ihren Ursprung im Pandschab
(Fünfstromland) haben. Später wird die historische Wissenschaft
entdecken, dass ihr Exodus im XI. Jahrhundert während der Diktatur des
Mahmud Gazni im Pandschab einsetzt.
Zu Begin der osmanischen Herrschaft auf dem Balkan kann an einem Beispiel
jedoch gesehen werden, dass die osmanische Verwaltung eine Unterscheidung
zwischen den Roma (Cingene) und den Ägyptern (Kiptijane) traf. So wurde
1530 der "Kanunname-i Kibtijan-i Vilajet-i Rumeli"verkündet
(Der Kodex der Ägypter des Wilajets von Rumelien), im Jahr 1541 hingegen
.,Kanun-i ser` asker-i Liva Cigane" (das Gesetz der Kommandanten des
Sandschaks der roma).
In der Periode der Schwächung des Osmanischen Reiches zu Beginn des XIX.
Jahrhunderts ist in der Geschichte bezüglich der Person des Mehmed Ali
und dem von ihm organisierten Emigrationen vom Balkan nach Ägypten viel
Arbeit offengeblieben. Dies umso mehr, da über den letzten König
der Dynastie von Mehmed Ali berichtet wird, dass er in zwei diplomatischen
Noten an die Balkanstaaten zwischen 1931 bis 1937 die Rückkehr seines
Volkes nach Ägypten gefordert hat.
Dies waren einige ethnologische, historische und archäologische Momente.
die die These über den Ursprung der Ägypter als Teil der Balkanbevölkerung
unterstützen. Aber vergessen wir eine Tatsache nicht: Die Balkanhalbinsel
und der östliche Mittelmeerraum mit Ägypten befanden sich seit Alexander
von Makedonien im IV. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung mittels des Römischen,
Byzantinischen und Osmanischen Reiches bis hin zum Beginn des XX. Jahrhunderts
23 Jahrhunderte lang oder nahezu 2300 Jahre lang in einer staatlich-administrativen
Einheit. Und innerhalb eines Staates sind Binnenwanderungen etwas völlig
Normales.
Heute haben wir Organisationen
der Ägypter in Albanien, Makedonien und in Jugoslawien einschließlich
Kosovos und der Metohia. Das ethnische Bewusstsein ist auch in Bulgarien und
in Griechenland erwacht, jedoch ist es in diesen Staaten noch nicht gestattet.
die ethnische Zugehörigkeit der Personen frei zu zeigen.
Am 26.09. 1998 wurde in Ohrid in Makedonien der Erste Kongress der Balkan-Ägyptischen
Union abgehalten. Auf diesem Kongress wurde nach den Diskussionsbeiträgen
und wissenschaftlichen Erkenntnissen berichtet, dass auf der Balkanhalbinsel
über l Million Einwohner mit ägyptischem Ursprung leben.