Wir über uns

Die Balkanhalbinsel erlebte in der Vergangenheit Veränderungen wie keine andere Region auf dieser Welt; hier wechselten Machthaber und Könige, sowie Einflüsse verschiedener Religionen- dies war ein Ort der Aus- und Einwanderung. Der Balkan ist wie kaum eine andere Region auf der Welt mit so vielen Nationen und Nationalitäten bevölkert. Doch der ethnische Faktor hat erst Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen. In dieser Zeit entwickelten sich sowohl in Europa, als auch auf dem Balkan die Nationen und Nationalitäten in heutiger Form und daraus die Staaten nach ethnischem Prinzip. Nun, nach allen Kriegen, die wegen des Territoriums geführt wurden und heute noch geführt werden, ist eines offensichtlich- der Balkan ist und bleibt heterogen- eine Mischung der slawischen und nichtslawischen Völker, egal wo die Grenzen liegen.

Die Balkan-Ägypter gehören zur nichtslawischen Bevölkerung, die vor kurzer Zeit- mit dem Prozess der Demokratisierung- die Möglichkeit bekommen haben, sich zu ihrer Identität zu bekennen. Zum ersten Mal war dies amtlich bei der Volkszählung im Jahr 1991. Bei der Volkzählung im Jahr 1981 wurden diejenigen, die sich als Ägypter bekannt haben, unter der Bezeichnung "Sonstige" oder "Unbekannt" geführt, weil in dieser Zeit die eigene Bezeichnung - Ägypter - noch nicht amtlich eingeführt war. Im Jahre 1971 wurden sie als Gruppe "Toska" geführt - nach dem Dialekt der albanischen Sprache, den wir sprechen. Viele Ägypter, besonderes in Kosovo, erklären sich heute noch als Albaner oder als Roma. (Die Roma haben, wie die Ägypter, im Jahr 1991 ihre eigene Volksbezeichnung anerkannt bekommen.)
Früher war es für die Ägypter auf dem Balkan nicht so wichtig, wer und was sie waren. Aber, tief in deren Bewusstsein wussten sie, dass sie etwas anderes sind, und dass sie den anderen Völkern nicht gehören. Sie haben sich untereinander " unsere" oder "unsere Hand" genannt.

Von anderen Völkern unterscheiden sich die Ägypter vor allem durch ihre Herkunft, Tradition, Gewohnheiten und Lebensart, von den Roma in erster Linie durch anthropologische Merkmale und auch durch die Sprache - die Ägypter haben nie die Sprache Romanes benutzt - sowie durch eine sesshafte Lebensweise. Auch die Arten der traditionellen Handwerkertätigkeiten sind unterschiedlich.

Das Erwachen des nationalen Bewusstseins der Ägypter passte einigen anderen Völkern natürlich nicht, da sich nach Anerkennung der Ägypter als eigenständige Volksgruppe bei der Volkszählung automatisch die Zahl der Angehörigen anderer Volksgruppen verringerte.

Die Gemeinschaft der Ägypter in Mazedonien suchte nach Möglichkeiten, die Existenz ihrer Volksgruppe nachzuweisen und jede Identifizierung mit den anderen Balkanvölkern auszuschließen.

Der Verein der Ägypter in Jugoslawien wurde am 24.06.1990 in Ohrid, Mazedonien, der
Verein der Ägypter aus dem Kosovo und Metohija wurde am 21.10.1990 in Pristina, der
Verein der Ägypter aus Albanien wurde 1992 gegründet, aber erst 1997 anerkannt.
Am 26.09.1998 schlossen sich in Ohrid alle Vereine zum "Verein der Balkanägypter " zusammen.

Der Verein der Balkanägypter in Westeuropa mit Sitz in Mülheim an der Ruhr besteht seit August 1999.